du – Schreibung, Definition, Bedeutung, Etymologie, Synonyme, Beispiele | DWDS (original) (raw)

Das Personalpronomen kann, wenn es in Briefen oder briefähnlichen Texten (wie E-Mails) zur Anrede gebraucht wird, nach § 66 klein- oder großgeschrieben werden. Die Großschreibung ist nur bei eindeutig substantivischer Verwendung (jemandem das Du anbieten) und am Satzbeginn verbindlich; am Anfang frei stehender Verszeilen ist sie fakultativ.

GrammatikPersonalpronomen

Aussprache

Fehler

[duː]

formal verwandt mitduzen

Wortbildung mit ›du‹ als Grundform:2dein · deiner · dich · dir · Du

Bedeutungsübersicht

  1. Bezeichnung für eine angesprochene Person
    1. 1. vertraute Anrede an Familienmitglieder, gute Freunde, Kinder
    2. 2. kollektiv gebraucht für ¹man

Bezeichnung für eine angesprochene Person

vertraute Anrede an Familienmitglieder, gute Freunde, Kinder

Beispiele:

wann kommst du morgen zu mir?

wer geht, ich oder du?

jmdn. du nennen

zu jmdm. du sagen

du zueinander sagen

jmdn. mit du anreden

du Schelm!

na, du Kleiner!

ich kenne dich

das ist nichts für dich

er hat etwas gegen dich

wir haben über dich gesprochen

ich gebe dir morgen das Buch

hat es dir gefallen?

wir kommen zu dir, bleiben bei dir, sprachen von dir

umgangssprachlichmir nichts, dir nichts stand er vor mir (= plötzlich stand er vor mir)

gehobenwir gedachten deiner

gehoben, veraltetwir gedachten dein

sprichwörtlichwie du mir, so ich dir DWDS, 04.04.2023

Du, du liegst mir im Herzen, / Du, du liegst mir im Sinn [Volkslied »Du, du liegst mir im Herzen«]

a)

salopp ⟨hast du was kannst du (= ganz schnell)⟩

Beispiel:

[…] hastdu was kannst du war ich an der Tür meiner Kammer[…] [ SchaumannZwiebel3]

b)

umgangssprachlich, vertraulich drückt persönliche Anteilnahme am Geschehen aus

Grammatik: als Dativus ethicus, kann jederzeit wegfallen

Beispiele:

das war dir ein Lärm!

das sind dir (vielleicht) lustige Gesellen

der erreicht dir aber auch alles, was er will

c)

Anrede an Verstorbene, heilige Personen, Tiere, Pflanzen, Dinge, Abstrakta

Beispiele:

du, der du dahingegangen bist, warst für uns alle ein Vorbild!

Ach neige, / Du Schmerzenreiche, / Dein Antlitz gnädig meiner Not! [ GoetheFaustI 3588]

›Heule nicht!‹ denke ich. ›Du verausgabst Kräfte damit[…]‹ [ Th. MannHerr u. Hund9,616]

Knabe sprach: Ich breche dich, / Röslein auf der Heiden […] [ GoetheHeidenröslein]

Doch hängt mein ganzes Herz an dir, /Du graue Stadt am Meer[…] [ Storm8,194]

Unsinn, du siegst, und ich muß untergehn […] [ SchillerJungfr. v. OrleansIII 6]

Grammatik: kollektiv gebraucht für ¹man

Beispiele:

wenn du niemals anderen hilfst, kannst du selbst nicht auf Hilfe rechnen

das ganze Jahr freust du dich auf den Urlaub, und dann regnet es nur

Wenn man sie nicht bezahlt, tun sie dir (= einem) keinen Streich [ GoetheGötzI 1]

du · duzen · Duzbruder

du Pers.pron. der 2., der angeredeten Person im Singular. Ahd. thū (8. Jh.), mhd. dū̌, asächs. thū̌, mnd. dū, aengl. þū̌, engl. (älter) thou, anord. þū, got. þu verbinden sich mit aind. tvám, lat. tū, griech. (mit Anlaut aus den obliquen Kasus) sý (σύ), (dor.) tý (τύ), lit. tù, aslaw. ty, russ. ty (ты) und führen auf ie. *tū̌. Der Nominativ sowie der suffixal erweiterte Dativ (ahd. thir, nhd. dir) und Akkusativ (ahd. thih, nhd. dich) werden in den ie. Sprachen durch verschiedene Ablautstufen (ie. *tu-/ *tu̯-, *tu̯e-/ *tu̯o-) des Stammes ie. *teu̯e-/ *teu̯o- bzw. die Stammform ie. *te-, *to- repräsentiert, während der Genitiv in den germ. Sprachen (ahd. thīn, nhd. dein, deiner) einer Kasusform des Possessivpronomens (s. dein) entstammt (ähnlich lat. tuī). – duzen Vb., mhd. duzen, dutzen, den Suffixbildungen auf ahd. -az(z)en, -ezen, -izen folgend. Duzbruder m. (16. Jh.).