Autismus verstehen leicht gemacht (© Frank L. Ludwig) (original) (raw)

<align=left>�Jeder Mensch ist ein Genie. Aber wenn du einen Fisch danach bewertest, ob er auf einen Baum klettern kann, glaubt er sein ganzes Leben, er w�re dumm.�
- Unbekannt

Autistisch sein bedeutet anders sein � nicht nur von solchen au�erhalb des autistischen Spektrums, sondern auch von solchen auf dem Spektrum. Man k�nnte sagen dass Autismus ultimative Individualit�t ist.

Dies f�hrt nat�rlich zu Problemen in einer Gesellschaft, die von jedem erwartet, sich anzupassen. Wenn wir als Kinder gezwungen werden, Dinge zu tun, die wir nicht tun wollen, und Routinen und Ritualen zu folgen, ohne den Grund daf�r einzusehen, begehren wir auf gegen eine Welt, die wir nicht verstehen und die uns unterwerfen will.
Wenn dies erfolglos bleibt, ziehen wir uns so weit wie m�glich von der Welt zur�ck, um unsere Gef�hle und unsere Identit�t zu sch�tzen. Und wenn ihr uns erreichen wollt, ist es wichtig, unsere Situation zu verstehen - Einf�hlungsverm�gen, Respekt, Ermutigung and Geduld werden euch weiter bringen als ihr glaubt.

W�hrend nicht-autistische Kinder durch Nachahmung und Anleitung lernen, lernen wir durch Experimentieren, Fragen und logisches Denken. Deshalb reicht es nicht aus, uns zu sagen, was wir zu tun und zu lassen haben, ihr werdet uns von den Gr�nden daf�r �berzeugen m�ssen; dies ist auch die Ursache daf�r, dass wir alle Dinge ohne (oder mit unzureichender) Begr�ndung in Frage stellen, ebenso wie Dinge, die �schon immer so gemacht� wurden.
Dinge selbst herauszufinden statt Erwachsene nachzuahmen kann etwas l�nger dauern, so wie Schn�rsenkel binden oder Radfahren, aber die erlernten F�higkeiten sind umso fester verwurzelt.
Ein weiterer Unterschied ist, dass wir das Gelehrte entweder verstehen, oder wir verstehen es nicht. Wenn wir es nicht verstehen, ist es sinnlos, es zu wiederholen; ihr werdet nach anderen Wegen suchen m�ssen, uns den Stoff zu vermitteln. Und wenn wir es verstanden haben, ist Wiederholung �berfl�ssig; im Gegenteil, Wiederholung und Auswendiglernen stumpfen unsere Sinne ab und reduzieren unsere Aufmerksamkeit dadurch, dass unser Bedarf nach permanenter intellektueller Stimulation vernachl�ssigt wird. Dies ist auch der Grund unserer Abneigung gegen Hausaufgaben.

Durch die F�higkeit, uns auf Gebiete von Interesse zu konzentrieren und Information ausfindig zu machen, und durch unsere Probleme mit konventionellen Lehrmethoden, werden viele von uns zu Autodidakten, die sich in ihren bevorzugten Bereichen selbst schulen.

Es ist au�erdem wichtig, dass wir das Gef�hl haben, �ber unser Leben mitbestimmen zu k�nnen. Uns so viele M�glichkeiten und Alternativen wie m�glich anzubieten wird das Leben sehr erleichtern, f�r uns ebenso wie f�r euch.

Stressverursachende Faktoren wie die Unberechenbarkeit unserer Umwelt und die Versuche anderer, uns zu weniger authentischem Verhalten zu zwingen (insbesondere die Anwendung von Verhaltenstherapien gegen uns), f�hren oft zu Verdauungsproblemen wie Verstopfung oder Durchfall.

Es f�llt uns schwer von einer Aufgabe oder einer Aktivit�t zur n�chsten �berzugehen, wenn wir keine ausreichende Vorbereitungszeit f�r den Wechsel haben. Darum ist es sehr hilfreich (und empfehlenswert) uns rechtzeitig Bescheid zu sagen, z. B. �In einer halben Stunde musst du zur Schule" oder �Wir essen in zehn Minuten."

Da wir niemals sicher sind, was wir von den Menschen um uns und von der Gesellschaft allgemein zu erwarten haben, und da unsere Versuche uns zu verst�ndigen oft �bersehen, missverstanden oder bel�chelt werden, leben wir in einem permanenten Zustand von Besorgnis und Frustration.

Aufgrund unserer individuellen Natur (im Gegensatz zur sozialen Natur der anderen) bleiben wir von Gruppendynamik g�nzlich unber�hrt; wir bemerken sie meistens gar nicht. Als Mitglieder einer Gruppe behalten wir trotzdem unsere Individualit�t (statt uns als Gruppenmitglied zu sehen) und lassen uns deshalb nicht von Mehrheitsmeinungen, Gruppenzwang oder Autorit�tspersonen beeinflussen.
Dies ist auch der Grund weshalb wir alleine effizienter arbeiten als in einer Gruppe und ungern Kompromisse eingehen.
Unsere individuelle Natur ist auch der Grund, weshalb die meisten von uns nicht an Mode interessiert sind. Wir wollen nicht durch unsere Erscheinung beeindrucken, sondern durch unseren Intellekt.

Obwohl wir leicht zu t�uschen sind, da wir grunds�tzlich keine versteckten Motive vermuten, ist es ungleich schwerer uns zu manipulieren: entweder bemerken wir den Versuch durch unseren Mangel an sozialem Bewusstsein erst gar nicht, oder wir durchschauen ihn sofort, was unsere Entschlossenheit nur best�rkt.

Um Ausgrenzung und Mobbing zu vermeiden, unterdr�cken viele von uns ihre individuelle Identit�t (bewusst oder unbewusst) und �bernehmen die Gruppenidentit�t der anderen, indem wir vor�bergehend ihr Verhalten und ihre Meinungen kopieren, insbesondere in formellen (und daher �u�erst stressigen) Situationen wie Schule, Arbeitsplatz und Kirche. Dieser Mechanismus (der praktisch selbstverschriebene ABA ist) ist als Masking bekannt, und uns �ber lange Zeitr�ume verstellen zu m�ssen, f�hrt zu geistiger und k�rperlicher Ersch�pfung; deshalb m�ssen viele, sobald sie in einer sicher(er)en Umgebung sind, erstmal Dampf ablassen, w�hrend andere (so wie ich) gen�gend Zeit f�r sich alleine ben�tigen, um sich zu erholen. Langfristiges Masking kann au�erdem zu Autistischem Burnout f�hren.

Mehr als andere ben�tigen autistische Menschen ihre Privatsph�re und Zeit f�r sich selbst. Da alle Gesellschaft, sogar (und manchmal insbesondere) die der eigenen Familie, f�r uns sehr anstrengend und erm�dend ist, brauchen wir viel Zeit f�r uns allein, um Reiz�berflutung zu verhindern. Deshalb entwickeln autistische Kinder, die keine M�glichkeit haben sich zur�ckzuziehen, h�ufiger psychische Probleme und herausforderndes Verhalten und finden sich oft am sogenannten �niedrigfunktionalen" Ende des autistischen Spektrums.

W�hrend Kommunikation zwischen autistischen und nicht-autistischen Personen durch Missverst�ndnisse gepr�gt ist, kommunizieren autistische Personen untereinander ebenso effektiv wie nicht-autistische unter sich. (Man k�nnte es mit zwei verschiedenen Betriebssystemen vergleichen.) Deshalb ist es f�r autistische Kinder hilfreich, Kontakt mit anderen autistischen Kindern zu haben sowie mit autistischen Erwachsenen, die als Vorbild dienen k�nnen.

Trotz unserer sprichw�rtlichen Starrk�pfigkeit lassen wir uns in unseren pers�nlichen und beruflichen Beziehungen leicht in unangenehme und peinliche Situationen dr�ngen. Dies kann entweder an der Furcht liegen, diese Beziehung zu gef�hrden falls wir nicht gehorchen, oder daran, dass wir nicht wissen, wie viel in einer solchen Beziehung von uns erwartet werden kann. Die Ausnutzung von Kontakten mit dem Ziel, einen Vorteil f�r uns oder andere zu erreichen, zum Beispiel, ist uns ein unertr�glicher Gedanke, und wenn ein Partner, Verwandter, Freund oder Vorgesetzter uns dazu �berredet, befinden wir uns in einem Zustand geistigen Fegefeuers.

Wir haben ein sehr ausgepr�gtes und unflexibles Gerechtigkeitsgef�hl, das von anderen oft als stur empfunden wird. Wie in allen anderen Bereichen entwickeln wir unsere Moralit�t durch rationelles Denken, z. B. �Ich m�chte nicht verletzt werden, und deshalb ist es falsch, wenn irgendjemand einen anderen verletzt� (man k�nnte das als logisches Einf�hlungsverm�gen bezeichnen). Dadurch sind unsere Meinungen strikter und erlauben weniger Ausnahmen; das macht es auch wahrscheinlicher, dass wir Befehle verweigern, die unserer Gesinnung widersprechen, und gegen Ungerechtigkeiten Stellung nehmen, die von der Gesellschaft akzeptiert werden, ohne R�cksicht auf die Konsequenzen.

Die meisten von uns scheinen fest in der Gegenwart verankert zu sein, da die Vergangenheit nicht ge�ndert und die Zukunft nicht gewusst werden kann.

Manchmal f�llt es uns schwer Hilfe zu suchen aus Angst, andere zu bel�stigen oder f�r dumm gehalten zu werden.

F�r die meisten von uns ist es nicht ungew�hnlich, Dinge auf eine ungew�hnliche Weise zu erledigen, von Haushaltspflichten zu Probleml�sungen. Ihr k�nnt leicht in Versuchung geraten, uns korrigieren zu wollen, da euch unsere Methoden zu unbeholfen, zu unkonventionell oder zu kompliziert erscheinen, aber denkt daran dass das, was euch kompliziert vorkommt, uns leicht fallen kann, und umgekehrt. Sagt euch einfach: �Wenn es funktioniert, �ndere es nicht!�

Viele von uns finden es schwer, sich zu artikulieren, und manche sprechen �berhaupt nicht. Das bedeutet nicht, dass wir uns nicht verst�ndigen wollen; viele haben gelernt, Schreibmaschinen, Computer oder Schablonen zu benutzen und mit ihren Eltern und der Welt Kontakt aufgenommen. Sie haben auch bewiesen, dass wir nicht so dumm sind, wie viele gerne glauben m�chten; im Gegenteil, die meisten von uns sind hochintelligent.
Einige von uns beginnen ihre Sprachentwicklung mit Echolalie, da sie volle S�tze mit bestimmten Situationen assoziieren bevor sie die Bedeutung einzelner W�rter lernen. In diesem Fall ist es ratsam, S�tze vom Standpunkt des Kindes zu formulieren und sie f�hren zu lassen.

Die Etiketten �hochfunktionaler� und �niedrigfunktionaler� Autismus sind sowohl irref�hrend als auch erniedrigend. Das �hochfunktionale� Etikett vernachl�ssigt die Anstrengungen, Bef�rchtungen und Frustrationen in unserem Kampf, uns an eine seltsame Gesellschaft und ihre seltsamen Regeln anpassen zu m�ssen, w�hrend das �niedrigfunktionale� Etikett das enorme Potential jedes autistischen Individuums ignoriert � und was man nicht sucht wird man nicht finden. Es ist nicht �berraschend, dass einer Studie zufolge die �Schwere� des Autismus (der Unterschied zwischen �hochfunktionalem� und �niedrigfunktionalem� Autismus) davon abh�ngt, wie viel Stress das autistische Kind durchmacht. Dies bedeutet dass je mehr wir unter Druck gesetzt werden, desto �niedrigfunktionaler� werden wir. Davon ab, w�rde man einen Dreij�hrigen der nicht spricht aber einen Zauberw�rfel in zwei Minuten l�st als hoch- oder niedrigfunktional bezeichnen?

Viele von uns finden es schwierig, sich �ber das Wetter zu unterhalten (au�er wenn Meteorologie unser Fachgebiet ist, in welchem Fall es unserem Gegen�ber leid tun k�nnte, das Thema angeschnitten zu haben), weil wir keinen Sinn darin sehen, und eine Unterhaltung nur um der Unterhaltung willen ist ein fremdartiges Konzept f�r uns. Wir haben au�erdem Probleme, Nettigkeiten zu sagen, die wir nicht meinen; wenn wir es t�ten, w�rden unsere Komplimente nicht nur wertlos, wir w�rden auch unsere Glaubw�rdigkeit verlieren.

Die meisten von uns haben von fr�her Kindheit an ein Fachgebiet, �ber das wir unentwegt sprechen. Das kann daran liegen, dass wir glauben, es interessiert euch genauso wie uns, oder dass uns kein passenderes Gespr�chsthema einf�llt.

Wir sagen, was wir denken, ohne jemand verletzen zu wollen, aber unsere Ehrlichkeit und Direktheit werden oft missverstanden.

Wir verf�gen �ber einen �u�erst ausgepr�gten Gerechtigkeitssinn und lassen uns grunds�tzlich nicht durch die Verbindung mit einer Seite beeinflussen.

Die meisten von uns haben Probleme nichtverbale Kommunikation wie K�rpersprache, Mimik und Untert�ne zu bemerken und zu interpretieren. Darum: wenn ihr etwas zu sagen habt, sagt es!

Viele von uns vermeiden Blickkontakt, da wir ihn als aufdringlich empfinden und uns nicht auf das Gespr�ch konzentrieren k�nnen.

Viele von uns haben einen Stim (kurz f�r Autostimulation) wie beispielsweise Schaukeln, H�ndewedeln oder Gesichtzupfen. Die Gr�nde daf�r k�nnen vielf�ltig sein, wie z. B. zur Beruhigung, zum Konzentrieren oder um mit Nervosit�t umzugehen.

Wir k�nnen nur eine Sache zur Zeit machen, aber wir k�nnen uns wesentlich besser auf Dinge konzentrieren, die uns interessieren. Wir haben gro�es Potenzial, vorausgesetzt uns wird die M�glichkeit gegeben, es zu entfalten.

Ein weiterer autistischer Zug ist der Hang zum Perfektionismus. Viele von uns haben das Bed�rfnis, alles hundertprozentig zu machen und finden es au�erordentlich peinlich, wenn der kleinste Fehler in unserer Arbeit bemerkt wird. Ich halte es sogar f�r m�glich dass die Angst, etwas nicht von Anfang an perfekt zu beherrschen, der Grund daf�r sein k�nnte, dass wir es gar nicht erst versuchen (wie z. B. Sprache) bevor wir uns als kompetent betrachten.

Obwohl wir dazu neigen, in unseren gew�hlten Berufen zu gl�nzen, sind 85% von uns arbeitslos, was sowohl auf unsere Individualit�t als auch auf unsere Schwierigkeiten uns zu verkaufen zur�ckzuf�hren ist. (�Die Liste der Dinge, die man in einem Vorstellungsgespr�ch vermeiden sollte, ist praktisch eine Autismus-Definition.� - Steve Silberman) Und wenn wir den Arbeitsplatz bekommen ist es unwahrscheinlich dass wir die sozialen Erwartungen unserer Kollegen und Vorgesetzten erf�llen k�nnen.

Viele von uns haben Schlafst�rungen, da es uns schwerer f�llt, unser Gehirn �abzuschalten�.

Wir sind schnell entmutigt. Eine Bemerkung wie �Er wird niemals Buchstabieren lernen� kann eine gro�artige literarische Karriere im Keim ersticken.
Ein Forscher hat beobachtet dass �wenn man seine Erwartungen an ein autistisches Kind auf ein niedrigeres Niveau herunterschraubt, wird es sich auf dieses Niveau begeben�.
DIESE TATSACHE KANN NICHT GENUG BETONT WERDEN!

In unseren Fachgebieten neigen wir dazu, Best�tigung von anderen zu suchen. Das ist problematisch wenn - sogar als Kinder - wir mehr �ber das Gebiet wissen als die Erwachsenen um uns und keine qualifizierte Antwort oder angemessene Reaktion erhalten. Wenn euch das Wissen fehlt, uns die begehrte Best�tigung zu geben, solltet ihr ehrlich genug sein, uns genau das zu sagen.

Wir nehmen alle Eindr�cke ungefiltert wahr, und das Brummen des K�hlschranks und das Brutzeln der Bratpfanne sind f�r uns genauso intensiv wie die Stimme der Person, die mit uns spricht. In manchen F�llen kann die F�lle der verschiedenen Eindr�cke zu einem Meltdown f�hren, der oft wie ein Wutanfall aussieht, aber nicht damit verwechselt werden sollte. Andere reagieren auf Reiz�berflutung mit Migr�ne, epileptischen Anf�llen oder Absencen oder Hyperaktivit�t. In vielen F�llen werden diese Reaktionen vermeidbar wenn wir ausreichend Kontrolle �ber unser Leben haben, oder sie werden durch obsessive aber tolerierte Bew�ltigungsmechanismen ersetzt.
Die ausl�senden Reize k�nnen verschiedenster Art sein, z. B. optisch, akustisch, taktil, olfaktorisch, geschmacklich oder emotionell.

Es ist oft bemerkt worden dass wir unsere Gef�hle und Schmerzempfindlichkeit nicht so offen zeigen wie andere, und dass es schwierig ist herauszufinden wie wir uns f�hlen. Der Grund daf�r liegt vermutlich wieder in unseren verschiedenen Naturen: nicht-autistische Menschen neigen aufgrund ihrer sozialen Natur dazu, ihre Gef�hle zu teilen, w�hrend wir aufgrund unserer individuellen Natur dazu neigen, unsere Gef�hle f�r uns zu behalten. Das gleiche kann �ber unsere Empathie gesagt werden: w�hrend wir uns sehr wohl in andere Menschen einf�hlen k�nnen, oft in einem schmerzlichen Ausma�, zeigt sich das selten in unserem Gesichtsausdruck.

Die Ansichten und das Verhalten vieler autistischer Menschen werden oft als extrem angesehen und k�nnen durch Unsicherheit verursacht werden. Beispielsweise, wir leben in einer Umwelt, in der es Regeln gibt, die oftmals gebeugt werden k�nnen. Und da wir nicht wissen, wie weit das Beugen dieser Regeln akzeptiert wird, neigen wir dazu, entweder Paragrafenreiter zu werden, die keine Ausnahmen zulassen, oder Rebellen, die keine Regel annehmen, deren Grund sie nicht einsehen (wobei letzteres mehr unserer Natur entspricht). Und w�hrend einige dem Druck, ihre Identit�t aufzugeben, nachgeben, k�mpfen andere bis zum letzten Atemzug, die ihre zu behalten.
Andere Beispiele sind Autisten die, da sie nicht wissen, wie Blickkontakt reguliert wird, entweder ihren Blick abwenden oder ihr Gegen�ber anstarren, oder solche denen die Regeln f�r Gespr�che fremd sind, und die daher entweder still bleiben oder ein uninteressiertes Publikum volllabern.

Viele nicht-autistische aber oft wohlmeinende Professionelle betrachten sich als Experten auf dem Gebiet des Autismus. Da Autismus ultimative Individualit�t ist und jeder Einzelfall sich vollkommen anders manifestiert, gibt es keine Autismus-Experten; die einzigen, die ein grundlegendes Verst�ndnis haben, sind andere Autisten. Daher solltet ihr niemals einem �Experten� glauben, der euch sagt, was euer Kind erreichen oder nicht erreichen kann. Glaubt niemals, dass es etwas gibt, was euer Kind nicht lernen kann!

Autismus ist ein integraler Bestandteil unserer Identit�t, genauso wie Geschlecht und ethnische Zugeh�rigkeit. Und so wie niemand von "Personen mit Weiblichkeit" oder "Personen mit Kaukasischkeit" spricht, sind wir keine "Personen mit Autismus"; die �berw�ltigende Mehrheit von uns (84,2%, dieser Umfrage zufolge) bevorzugen Identit�t-Zuerst-Sprache (d.h. "autistische Person"), und grunds�tzlich k�nnen wir diejenigen, die auf unserer Seite sind, von denen, die uns bevormunden, dadurch unterscheiden, ob sie unsere Wortwahl respektieren oder ignorieren.

Wir selbst zu sein ist wichtiger f�r uns als uns einzuf�gen. Wir selbst zu sein ist wichtiger f�r uns als akzeptiert zu werden. Wir selbst zu sein ist wichtiger f�r uns als erfolgreich zu sein. Wir selbst zu sein ist wichtiger f�r uns als anerkannt zu werden. Wir selbst zu sein ist wichtiger f�r uns als alles andere.

Wir m�gen es, Freunde zu haben. Wir m�gen es, akzeptiert zu werden. Wir m�gen es, erfolgreich zu sein. Wir m�gen es, anerkannt zu werden. Aber nicht f�r einen einzigen Augenblick w�rden wir das kleinste bisschen unserer Identit�t kompromittieren, um diese Dinge zu erreichen.

Einige von uns, wie ich selbst, sind zufrieden mit ihrem Zustand und sehen ihn als einen nat�rlichen und wichtigen Bestandteil menschlicher Vielfalt an, w�hrend andere gerne �geheilt� w�rden, so wie der Mann, der auf Facebook kommentierte, dass er �gerne 30 IQ-Punkte aufgeben w�rde, um so zu sein wie andere�. Aber wie dem auch sei, Verst�ndnis und Respekt f�r unsere Individualit�t und Einzigartigkeit machen es uns wesentlich leichter, in einer Welt zu funktionieren, die f�r uns wenig Sinn macht.

Es gibt F�hrer, und es gibt Nachfolger. Es gibt aber auch solche, die weder f�hren noch nachfolgen wollen, und das ist in Ordnung.


© 6255 RT (2014 CE) by Frank L. Ludwig


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