Zuchtplan (original) (raw)

Beim Auerrindprojekt handelt es sich in erster Linie um ein klassisches Zuchtprojekt. Auf Grundlage neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse wurde nach Rinderrassen gesucht, die dem Auerochsen genetisch, phänotypisch oder aufgrund ihres Verhalten noch recht nahe stehen. Zugleich ist es erklärtes Ziel des Projektes, die Anzahl der Gründerrassen möglichst gering zu halten um in einem mittelfristigen Rahmen von 10-20 Jahren ein größtmögliches Maß an Homogenität bei den Kreuzungstieren zu erreichen.

Zum jetzigen Zeitpunkt sind fünf Rassen für das Zuchtprojekt vorgesehen. Im Einzelnen sind dies:

Chianina

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Chianinakuh LaNova mit Bullenkalb Bruno Anfang 2015 in Lorsch

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Jungbulle Bruno Ende 2015 in Bielefeld

Sayaguesa

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Sayaguesakuh mit Kuhkalb Ende 2015 in den Niederlanden (Herde Peter van Geneijgen bei Arnhem)

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Sayaguesabulle Ende 2015 in den Niederlanden (Herde Peter van Geneijgen bei Arnhem)

Maremmana

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Maremmanakuh in der Maremma, Alberese (copyright Marco Locatelli)

Ungarisches Steppenrind

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Ungarische Steppenrindkuh Ende 2015 in Bielefeld

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Ungarisches Steppenrindkalb Ende 2015 in Bielefeld

Watussi

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Watussiherde Ende 2015 in Bielefeld

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Watussiherde 2014 im Zoo Neuwied

Im Idealfall sollen insg. zwei Zuchtlinien geschaffen werden:

  1. Chianina x Watussi
  2. Sayaguesa x Maremmana/Ungarisches Steppenrind

Ein idealtypischer Zuchtplan könnte in diesem Fall wie folgt aussehen:

Schritt 1:

  1. F0 (Parentalgeneration)

Chianina (männl.) x Watussi (weibl.) = F1a

Chianina (weibl.) x Watussi (männl.) = F1b

  1. F0 (Parentalgeneration)

Sayaguesa (männl.) x Ungarisches Steppenrind / Maremmana (weibl.) = F1c

Sayaguesa (weibl.) x Ungarisches Steppenrind / Maremmana (männl.) = F1d

Schritt 2:

Erste Selektion und schließlich Kreuzung

F1a x F1b = F2a

F1c x F1d = F2b

Grund: Ausschaltung Heterosis-Effekt

Schritt 3:

Selektion und Kreuzung

F2a x F2b = F3

Schritt 4:

Selektionszucht mit der F3 Generation und ggf. gezielte Einkreuzung besonders geeigneter F2-Individuen

Versuchsweise sind allerdings auch andere Kreuzungsvarianten zwischen den Ausgangsrassen vorstellbar. Auf diesem Weg könnte es möglich sein, die genaue Vererbung von Horngröße, Rahmen, Färbung etc. noch besser zu verstehen.

Zuchtbegleitende Maßnahmen:

– Führung eines Zuchtbuches

– Konzeption Bewertungsbogen der Zuchttiere

– Kontrolle der Zuchttiere durch einen Zuchtbeirat

– Monitoring auf den Beweidungsflächen

– Acquise möglichst großflächiger Beweidungsflächen