Chronik: Vier Steinbrüche wegen Asbestbelastung gesperrt (original) (raw)

Chronik

In den Bezirken Oberwart und Oberpullendorf sind vier Steinbrüche aufgrund einer Asbestbelastung behördlich geschlossen worden. Im November 2025 waren Material- und Bodenproben entnommen und im Labor untersucht worden. Dabei wurde in sämtlichen Proben Asbest nachgewiesen, bestätigte das Landesmedienservice am Freitag auf APA-Anfrage einen Bericht der „Kronen Zeitung“.

2. Jänner 2026, 9.39 Uhr (Update: 2. Jänner 2026, 16.17 Uhr)

Betroffen sind drei Betriebe im Bezirk Oberwart – Glashütten bei Schlaining, Bernstein und Badersdorf – und einer im Bezirk Oberpullendorf in Pilgersdorf. Die zuständigen Bezirkshauptmannschaften haben per Mandatsbescheid die unverzügliche Einstellung des gesamten Gewinnungs-, Abbau- und Aufbereitungsbetriebes angeordnet. Grundlage für diese Maßnahme waren behördliche Überprüfungen gemäß Paragraf 175 des Mineralrohstoffgesetzes.

Steinbruch Pilgersdorf

Der Steinbruch in Pilgersdorf gehört auch zu den betroffenen Betrieben

Gefahr im Verzug erforderte sofortige Schließung

Ein „sofortiges Handeln“ bei noch laufenden Verfahren sei wegen „Gefahr im Verzug“ erforderlich und alternativlos gewesen. Aufgrund der vorliegenden Untersuchungsergebnisse könne eine Gefährdung der Gesundheit vor allem der Arbeitnehmer und Kunden nicht ausgeschlossen werden, hieß es.

Peter Bubik, Bezirkshauptmann in Oberwart

Peter Bubik, Bezirkshauptmann in Oberwart, sah Gefahr im Verzug

„Nachdem Asbest bekanntermaßen eine sehr gefährliche Substanz ist, ist uns nichts anderes übrig geblieben, als bis zur Klärung der näheren Umstände eine Sofortmaßnahme zu verhängen – sprich den Abbau zu untersagen und die Freisetzung von Asbest zu verhindern“, sagte der Bezirkshauptmann in Oberwart, Peter Bubik, am Freitag dem ORF Burgenland.

Die Mandatsbescheide wurden den betroffenen Betrieben zu Wochenbeginn zugestellt. Sie sind nun verpflichtet, die angeordneten Maßnahmen umzusetzen und ihre Kundinnen und Kunden zu informieren. Bis die Gefahrenlage vollständig beseitigt ist und das auch behördlich festgestellt ist, bleiben die Unternehmen gesperrt.

Für Wegebau und Winterdienst verwendet

Das abgebaute Material wird unter anderem im Bauwesen, aber auch für den Winterdienst genutzt, erklärte der Pilgersdorfer Bürgermeister Ewald Bürger (ÖVP). Der Schotter sei etwa im Güterwegebau aufgebracht worden, auch Private hätten ihn für Zufahrten verwendet. Auch im Winterdienst sei der Schotter verwendet worden, so Bürger.

Natürliches Vorkommen

Laut Angaben des Landesmedienservice liegen die betroffenen Steinbrüche in der „Rechnitzer Einheit“, die durch großvolumige Serpentinit-Formationen geprägt ist. In diesen Gesteinen können aufgrund der geologischen Gegebenheiten natürlicherweise Asbestminerale auftreten.

Asbestfasern können bei mechanischer Beanspruchung, etwa Brechen, Mahlen und Sprengen, freigesetzt werden. Sie stellen beim Einatmen ein „erhebliches Gesundheitsrisiko“ dar. Gesundheitsgefährdend seien dabei vor allem lungengängige Fasern mit einer Länge von mehr als fünf Mikrometern und einer Breite von weniger als drei Mikrometern. In gebundener und fester Form gelte Asbest hingegen als ungefährlich.