Hubertus Kohle (original) (raw)

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Hubertus Kohle bei einer Tagung im März 2015 in Düsseldorf.

Hubertus Kohle (* 6. Juni 1959 in Düsseldorf) ist ein deutscher Kunsthistoriker.

Hubertus Kohle studierte Kunstgeschichte, Philosophie, Romanistik, Geschichte und Urbanistik an den Universitäten Bonn, Paris und Florenz. Im Jahr 1986 wurde er zu Denis Diderots Kunstbegriff promoviert. Von 1987 bis 1992 war Kohle wissenschaftlicher Mitarbeiter und von 1993 bis 1997 Assistent an der Ruhr-Universität Bochum. 1996 erfolgte die Habilitation zu Adolph Menzels Friedrichbildern. Von 1997 bis 1999 war er Hochschuldozent an der Universität zu Köln. Im Jahr 2000 wurde er Inhaber des Lehrstuhles für Mittlere und Neuere Kunstgeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Seine Antrittsvorlesung über den Eiffelturm als Denkmal der Französischen Revolution hielt er im November 2000.[1] Er hatte 2008 eine Gastprofessur an der École normale supérieure. Zum Ende des Sommersemesters 2025 ging er in den Ruhestand.

Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Bildkünste des 18. und 19. Jahrhunderts bis zur Klassischen Moderne, insbesondere in Frankreich und Deutschland, daneben Medienprobleme, Theoriegeschichte und digitale Kunstgeschichte. Als einer der ersten Fachvertreter thematisiert Kohle die Bedeutung der Digitalisierung für die Kunstgeschichte. Er zählt zu den Pionieren des digitalen Rezensionswesens. Kohle begründete 2000 das Onlinejournal KUNSTFORM. Ein Jahr später wurde er Mitherausgeber des Online-Rezensionsjournals sehepunkte. Nach fast 25 Jahren zog er sich aus dem Herausgebergremium zurück.

Die vom Bayerischen Rundfunk produzierte und von Kohle moderierte Sendereihe Stil-Epochen machte ein breites Fernsehpublikum mit den verschiedenen Kunstepochen von der Antike bis zur Moderne vertraut.[2]

Kohle ist mit der Historikerin Gudrun Gersmann verheiratet. Im Jahr 2024 gründeten sie die Gudrun Gersmann und Hubertus Kohle Stiftung.[3] Ziel der Stiftung ist die gezielte Förderung junger Menschen in ihrer (Aus-)Bildung.

Kohle schrieb auch mehrere Artikel für das Biographisch-Bibliographische Kirchenlexikon (BBKL).[4]

  1. Wolfram Siemann: Die Antrittsvorlesung von Hubertus Kohle: Kontinuität, Erweiterung und Neubeginn der kunsthistorischen Forschung am 13. November 2000 in München. In: Stefanie Schneider, Ricarda Vollmer, Henry Kaap, Christa Juliane Syrer (Hrsg.): Hyperframes: Kunsthistorische Bezugsgefüge: Hubertus Kohle zur Verabschiedung. Heidelberg 2025, S. 13–17 (online).
  2. Stil-Epochen - vom antiken Griechenland bis zur zeitgenössischen Moderne
  3. Gudrun Gersmann und Hubertus Kohle Stiftung (abgerufen am 18. Februar 2026).
  4. Encyclopedia: Creators, Universität München
Personendaten
NAME Kohle, Hubertus
KURZBESCHREIBUNG deutscher Kunsthistoriker
GEBURTSDATUM 6. Juni 1959
GEBURTSORT Düsseldorf