„Benutzerin:Ra'ike/Baustelle“ – Versionsunterschied – Wikipedia (original) (raw)
Zeile 65:
Zeile 65:
Entdeckt wurde Chalkonatronit zuerst als Korrosionsprodukt auf drei antiken ägyptischen Bronzestatuen. Analysiert und erstbeschrieben wurde das Mineral von [[Clifford Frondel]] und [[Rutherford J. Gettens]], die es in Anlehnung an dessen chemischer Zusammensetzung aus Kupfer ({{grcS|χαλκός|chalkós}}) und Natrium (arabisch ''naṭrūn'', vergleiche auch [[Soda (Mineral)|Soda]]) benannten. Die Erstbeschreibung wurde 1955 in der Fachzeitschrift ''[[Science]]'' veröffentlicht. Im gleichen Jahr erfolgte auch die Bestätigung als neu entdeckte Mineralart bei der Publikation ''New mineral names'' im Fachmagazin ''[[American Mineralogist]]''.
Entdeckt wurde Chalkonatronit zuerst als Korrosionsprodukt auf drei antiken ägyptischen Bronzestatuen. Analysiert und erstbeschrieben wurde das Mineral von [[Clifford Frondel]] und [[Rutherford J. Gettens]], die es in Anlehnung an dessen chemischer Zusammensetzung aus Kupfer ({{grcS|χαλκός|chalkós}}) und Natrium (arabisch ''naṭrūn'', vergleiche auch [[Soda (Mineral)|Soda]]) benannten. Die Erstbeschreibung wurde 1955 in der Fachzeitschrift ''[[Science]]'' veröffentlicht. Im gleichen Jahr erfolgte auch die Bestätigung als neu entdeckte Mineralart bei der Publikation ''New mineral names'' im Fachmagazin ''[[American Mineralogist]]''.
Das [[Typmaterial]] des Minerals wird im [[Canadian Geological Survey]] (GSC) in [[Ottawa]] (Kanada) unter der Inventarnummer ''17254'' (HT), im [[Harvard Mineralogical Museum]] (HMM) der [[Harvard University]] in [[Cambridge (Massachusetts)]] unter der Inventarnummer ''105237'' (oder ''105297'') (CT) und im [[National Museum of Natural History]] (NMNH) in [[Washington, D.C.]] unter der Inventarnummer ''112695'' (T) aufbewahrt. Bei einer vierten Typmineralprobe ist der Aufbewahrungsort dem IMA-Mineralkatalog nach unbekannt. Ein möglicher Aufbewahrungsort für die letztgenannte Probe (Inventarnummere ''1943.1121.6'') könnte das [[Fogg Art Museum]] sein.
Das [[Typmaterial]] des Minerals wird im [[Canadian Geological Survey]] (GSC) in [[Ottawa]] (Kanada) unter der Inventarnummer ''17254'' (HT), im [[Harvard Mineralogical Museum]] (HMM) der [[Harvard University]] in [[Cambridge (Massachusetts)]] unter der Inventarnummer ''105237'' (oder ''105297'') (CT) und im [[National Museum of Natural History]] (NMNH) in [[Washington, D.C.]] unter der Inventarnummer ''112695'' (T) aufbewahrt. Bei einer vierten Typmineralprobe ist der Aufbewahrungsort dem IMA-Mineralkatalog nach unbekannt. Ein möglicher Aufbewahrungsort für die letztgenannte Probe (Inventarnummer ''1943.1121.6'') könnte das [[Fogg Art Museum]] sein, an dem der Chemiker Rutherford J. Gettens bis 1951 arbeitete.
Da der Chalkonatronit bereits vor der 1958 gegründeten [[International Mineralogical Association]] (IMA) bekannt und als eigenständige Mineralart anerkannt war, wurde dies von ihrer ''Commission on New Minerals, Nomenclature and Classification'' (CNMNC) übernommen und der Chalkonatronit als sogenanntes „[[Bestandsschutz|grandfathered]]“ (G) Mineral bezeichnet. Die seit 2021 ebenfalls von der IMA/CNMNC anerkannte Kurzbezeichnung (auch ''Mineral-Symbol'') von Chalkonatronit lautet „Chna“.
Da der Chalkonatronit bereits vor der 1958 gegründeten [[International Mineralogical Association]] (IMA) bekannt und als eigenständige Mineralart anerkannt war, wurde dies von ihrer ''Commission on New Minerals, Nomenclature and Classification'' (CNMNC) übernommen und der Chalkonatronit als sogenanntes „[[Bestandsschutz|grandfathered]]“ (G) Mineral bezeichnet. Die seit 2021 ebenfalls von der IMA/CNMNC anerkannte Kurzbezeichnung (auch ''Mineral-Symbol'') von Chalkonatronit lautet „Chna“.
| Chalkonatronit | |
|---|---|
| Allgemeines und Klassifikation | |
| IMA-Symbol | Chna[1] |
| Andere Namen | englisch Chalconatronite |
| Chemische Formel | Na2Cu(CO3)2(H2O)3[2] Na2Cu[CO3]2·3H2O[3][4] |
| Mineralklasse(und ggf. Abteilung) | Carbonate und Nitrate (ehemals Nitrate, Carbonate und Borate) |
| System-Nummer nach Strunz (8. Aufl.) Lapis-Systematik(nach Strunz und Weiß) Strunz (9. Aufl.)Dana | Vb/C.02 V/D.02-070[3] 5.CB.40 15.02.03.01 |
| Kristallographische Daten | |
| Kristallsystem | monoklin |
| Kristallklasse; Symbol | monoklin-prismatisch; 2/m |
| Raumgruppe | _P_21/n (Nr. 14, Stellung 2)[4] |
| Gitterparameter | a = 9,70 Å; b = 6,10 Å; c = 13,78 Å_β_ = 91,8°[4] |
| Formeleinheiten | Z = 4[4] |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mohshärte | 1 bis 2[3] („weich“[5]) |
| Dichte (g/cm3) | gemessen: 2,27(3); berechnet: 2,31 (synthetisch)[5] |
| Spaltbarkeit | nicht definiert |
| Farbe | hellblau bis grünlichblau[3][5] |
| Strichfarbe | blassgrünlichblau[6] |
| Transparenz | durchsichtig |
| Glanz | Seidenglanz, Perlmuttglanz[6] |
| Kristalloptik | |
| Brechungsindizes | _n_α = 1,483[7]_n_β = 1,53[7]_n_γ = 1,576[7] |
| Doppelbrechung | δ = 0,093[7] |
| Optischer Charakter | zweiachsig positiv |
| Achsenwinkel | 2V = 70° (gemessen), 86° (berechnet)[7] |
| Pleochroismus | Stark: X= nahezu farblos; Y= blassblau; Z= blau[7] |
Chalkonatronit (IMA-Symbol Chna[1]) ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Carbonate und Nitrate“ mit der chemischen Zusammensetzung Na2Cu[CO3]2·3H2O[4] und damit chemisch gesehen ein wasserhaltiges Natrium-Kupfer-Carbonat.
Chalkonatronit kristallisiert im monoklinen Kristallsystem und bildet meist feinkörnige Krusten aus millimetergroßen, pseudohexagonalen oder lamellenförmigen Täfelchen. Er kommt aber auch in Form von derben oder kugeligen Mineral-Aggregaten vor. Das Mineral ist durchsichtig und von hellblauer bis grünlichblauer Farbe
Entdeckt wurde Chalkonatronit zuerst als Korrosionsprodukt auf drei antiken ägyptischen Bronzestatuen. Analysiert und erstbeschrieben wurde das Mineral von Clifford Frondel und Rutherford J. Gettens, die es in Anlehnung an dessen chemischer Zusammensetzung aus Kupfer (altgriechisch χαλκός chalkós) und Natrium (arabisch naṭrūn, vergleiche auch Soda) benannten. Die Erstbeschreibung wurde 1955 in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht. Im gleichen Jahr erfolgte auch die Bestätigung als neu entdeckte Mineralart bei der Publikation New mineral names im Fachmagazin American Mineralogist.
Das Typmaterial des Minerals wird im Canadian Geological Survey (GSC) in Ottawa (Kanada) unter der Inventarnummer 17254 (HT), im Harvard Mineralogical Museum (HMM) der Harvard University in Cambridge (Massachusetts) unter der Inventarnummer 105237 (oder 105297[5]) (CT) und im National Museum of Natural History (NMNH) in Washington, D.C. unter der Inventarnummer 112695 (T) aufbewahrt. Bei einer vierten Typmineralprobe ist der Aufbewahrungsort dem IMA-Mineralkatalog nach unbekannt.[8][9] Ein möglicher Aufbewahrungsort für die letztgenannte Probe (Inventarnummer 1943.1121.6) könnte das Fogg Art Museum sein,[5] an dem der Chemiker Rutherford J. Gettens bis 1951 arbeitete.
Da der Chalkonatronit bereits vor der 1958 gegründeten International Mineralogical Association (IMA) bekannt und als eigenständige Mineralart anerkannt war, wurde dies von ihrer Commission on New Minerals, Nomenclature and Classification (CNMNC) übernommen und der Chalkonatronit als sogenanntes „grandfathered“ (G) Mineral bezeichnet.[2] Die seit 2021 ebenfalls von der IMA/CNMNC anerkannte Kurzbezeichnung (auch Mineral-Symbol) von Chalkonatronit lautet „Chna“.[1]
In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Chalkonatronit zur Mineralklasse der „Nitrate, Carbonate und Borate“ (Unterklasse Carbonate) und dort zur Abteilung „Wasserhaltige Carbonate ohne fremde Anionen“, wo er gemeinsam mit Gaylussit, Pirssonit, Soda, Thermonatrit und Trona in der „Thermonatrit-Soda-Gruppe“ mit der Systemnummer Vb/C.02 steht.
In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer V/D.02-070. Dies entspricht ebenfalls der Abteilung „Wasserhaltige Carbonate, ohne fremde Anionen“, wo Chalkonatronit zusammen mit Baylissit, Gaylussit, Pirssonit, Soda, Thermonatrit und Trona eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer V/D.02 bildet.[3]
Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte[10] 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Chalkonatronit in die neu definierte Klasse der „Carbonate und Nitrate“, dort aber ebenfalls in die Abteilung „Carbonate ohne zusätzliche Anionen; mit H2O“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „Mit großen Kationen (Alkali- und Erdalkali-Carbonate)“ zu finden, wo es als einziges Mitglied eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer 5.CB.40 bildet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Chalkonatronit die System- und Mineralnummer 15.02.03.01. Das entspricht der Klasse der „Carbonate, Nitrate und Borate“ und dort der Abteilung „Wasserhaltige Carbonate“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Wasserhaltige Carbonate mit A+mB2+n(XO3)p • x(H2O), (m+n):p > 1:1“ als einziges Mitglied in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 15.02.03.
Chalkonatronit kristallisiert in der monoklinen Raumgruppe _P_21/n (Raumgruppen-Nr. 14, Stellung 2) mit den Gitterparametern a = 9,70 Å; b = 6,10 Å; c = 13,78 Å und β = 91,8° sowie 4 Formeleinheiten pro Elementarzelle.[4]
Michael Fleischer: New mineral names. In: American Mineralogist. Band 40, 1955, S. 941–944 (englisch, minsocam.org [PDF; 312 kB; abgerufen am 15. Mai 2026]).
Clifford Frondel, Rutherford J. Gettens: Chalconatronite, a new mineral from Egypt. In: Science. Band 122, Nr. 3158, 1955, S. 75–76, doi:10.1126/science.122.3158.75 (englisch).
A. Mosset, J. J. Bonnet, J. Galy: Structure cristalline de la chalconatronite synthétique: Na2Cu(CO3)2·3H2O. In: Zeitschrift für Kristallographie. Band 148, 1978, S. 165–177 (französisch, Digitalisat bei rruff.info (Memento vom 29. Januar 2023 im Internet Archive) [PDF; 534 kB; abgerufen am 15. Mai 2026] mit deutscher Zusammenfassung).
Chalkonatronit. In: Mineralienatlas Lexikon. Geolitho Stiftung; abgerufen am 15. Mai 2026
David Barthelmy: Chalconatronite Mineral Data. In: webmineral.com. Abgerufen am 15. Mai 2026 (englisch).
IMA Database of Mineral Properties – Chalconatronite. In: rruff.net. RRUFF Project; abgerufen am 15. Mai 2026 (englisch).
Chalconatronite search results. In: rruff.net. Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF); abgerufen am 15. Mai 2026 (englisch).
American-Mineralogist-Crystal-Structure-Database – Chalconatronite. In: rruff.net. Abgerufen am 15. Mai 2026 (englisch).
- 1 2 3 Laurence N. Warr: IMA–CNMNC approved mineral symbols. In: Mineralogical Magazine. Band 85, 2021, S. 291–320, doi:10.1180/mgm.2021.43 (englisch, cambridge.org [PDF; 351 kB; abgerufen am 3. Mai 2026]).
- 1 2 Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: The New IMA List of Minerals – A Work in Progress – Updated: May 2026. (PDF; 3,4 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Marco Pasero, Mai 2026, abgerufen am 3. Mai 2026 (englisch).
- 1 2 3 4 5 Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
- 1 2 3 4 5 6 Hugo Strunz, Ernest H. Nickel: Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S. 306 (englisch).
- 1 2 3 4 5 Chalconatronite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org [PDF; 55 kB; abgerufen am 15. Mai 2026]).
- 1 2 Chalkonatronit. In: Mineralienatlas Lexikon. Geolitho Stiftung, abgerufen am 15. Mai 2026.
- 1 2 3 4 5 6 Chalconatronite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 15. Mai 2026 (englisch).
- ↑ Catalogue of Type Mineral Specimens – C. (PDF 312 kB) Commission on Museums (IMA), 9. Februar 2021, abgerufen am 15. Mai 2026 (Gesamtkatalog der IMA).
- ↑ Catalogue of Type Mineral Specimens – Depositories. (PDF; 311 kB) Commission on Museums (IMA), 18. Dezember 2010, abgerufen am 3. Mai 2026 (englisch).
- ↑ Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Original am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (englisch).
- ↑ Fundortliste für Chalkonatronit beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 15. Mai 2026.