Kraut – Wiktionary (original) (raw)

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Dieser Eintrag war in der 35. Woche des Jahres 2016 das Wort der Woche.

Kraut (Deutsch)

Substantiv, n

Singular Plural
Nominativ das Kraut die Kräuter
Genitiv des Krautesdes Krauts der Kräuter
Dativ dem Krautdem Kraute den Kräutern
Akkusativ das Kraut die Kräuter
[2] Thymian, Oregano und Rosmarin als Beispiele für Kräuter
[4] eine Sonnenblume als Kraut
[5] Karotten mit Kraut
[7] Kraut auf einem Teller mit Fleischgerichten und Kartoffeln
[8] eine Flasche Kraut

Worttrennung:

Kraut, Plural: Kräu·ter

Aussprache:

IPA: [kʁaʊ̯t]

Hörbeispiele: Lautsprecherbild Kraut (Info), Lautsprecherbild Kraut (Info)

Reime: -aʊ̯t

Bedeutungen:

[1] Medizin: Pflanze, die für medizinische Zwecke verwendet wird

[2] Küche: Pflanze, die zum Würzen verwendet wird

[3] Botanik: Pflanze ohne holzige Teile

[4] Botanik: die nach einmaligem Blühen und Fruchten abstirbt

[5] Küche, kein Plural, umgangssprachlich: der grüne Teil von Gemüsen, der nicht gegessen wird

[6] kein Plural, süddeutsch, ostmitteldeutsch: Kohl

[7] süddeutsch, ostmitteldeutsch, kein Plural, kurz für: Sauerkraut

[8] kein Plural, nordwestdeutsch: dicker Sirup

[9] umgangssprachlich, meist abwertend: Tabak

[10] Jägersprache, veraltet: Schießpulver

Herkunft:

seit dem 8. Jahrhundert bezeugt; mittelhochdeutsch krūt → gmh von althochdeutsch krūt → goh „Würzkraut“, ursprünglich in der Bedeutung „mit Gewürzen zubereitete Speise“[1]

Synonyme:

[1] Droge, Heilkraut

[2] Küchenkraut, Würzkraut

[6] Kohl

[7] Sauerkohl, Sauerkraut

[8] Sirup

[9] Tabak

[10] Schießpulver, Zündkraut

Gegenwörter:

[1] Gemüse, Unkraut, Zierpflanze

[2] Baum, Gehölz, Strauch

[3] Staude

Verkleinerungsformen:

Kräutchen, Kräutlein

Oberbegriffe:

[1–6] Pflanze

[5–7] Gemüse

[2, 6–8] Nahrungsmittel

Unterbegriffe:

[2] Arzneikraut, Balsamkraut, Basilienkraut, Benediktenkraut, Benediktinenkraut, Bilsenkraut, Bingelkraut, Blaukraut, Bohnenkraut, Brennkraut, Dillenkraut, Dillkraut, Eisenkraut, Eiskraut, Erbsenkraut, Farnkraut, Fettkraut, Fingerkraut, Flohkraut, Franzosenkraut, Frauenmantelkraut, Froschkraut, Gallenkraut, Gänsekraut, Gartenkraut, Gewürzkraut, Gnadenkraut, Gurkenkraut, Habichtskraut, Heidekraut, Heilkraut, Herkuleskraut, Hexenkraut, Hirtentäschelkraut, Hornkrautkraut, Jakobskraut, Johanniskraut, Kartoffelkraut, Katzenkraut, Kerbelkraut, Klebkraut, Knabenkrautkraut, Knopfkraut, Krätzenkraut, Kreuzkraut, Küchenkraut, Kuttelkraut, Labkraut, Laichkraut, Läusekraut, Leimkraut, Leinkraut, Löffelkraut, Lungenkraut, Maggikraut, Maikraut, Milzkraut, Mutterkraut, Nabelkraut, Nadelkraut, Pfefferkraut, Pfeilkraut, Pfennigkraut, Rotkraut, Ruhrkraut, Sauerkraut, Schabenkraut, Scharbockskraut, Schaumkraut, Schellkraut, Schlammkraut, Schleierkraut, Schmerkraut, Schöllkraut, Seifenkraut, Selleriekraut, Spargelkraut, Sperrkraut, Springkraut, Suppenkraut, Täschelkraut, Tausendgüldenkraut, Teekraut, Tollkraut, Unkraut, Weißkraut, Welschkraut, Wildkraut, Wollkraut, Wunderkraut, Wurstkraut, Würzkraut, Zinnkraut, Zypressenkraut, siehe auch: Verzeichnis:Deutsch/Essen und Trinken/Küchenkräuter und Gewürze

[3] Knabenkraut

[6] Blaukraut, Wirsing, Weißkraut

[8] Apfelkraut, Heidelbeerkraut, Preiselbeerkraut, Rübenkraut, Zitronenkraut

Beispiele:

[1] Heute werden wir wieder Kräuter sammeln.

[2] Die Lippenblütler sind Kräuter, Stauden und Halbsträucher.

[2] „Hier draußen in Berg hatte er sich ein Zuhause geschaffen, mit Zetteln und Magneten, die an der Kühlschranktür hingen, Kräutern auf dem Fensterbrett und haufenweise Schuhen im Flur.“[2]

[1–3] „Beschreibung: Ausdauernde Kräuter aus der Familie der Doldengewächse (Apiaceae) mit spindelförmigen, unangenehm riechendem Wurzelstock.“[3]

[3] „Sie trägt an einem Band über der Schulter einen kleinen Zuber mit Gewächsen und Kräutern, die sie gesammelt.“[4]

[5] Mache das Kraut von den Möhren ab!

[6] Bei der Zubereitung von Sauerkraut muss das Kraut gehobelt, gestampft und gewürzt werden.

[7] Ab und an sind Würstel mit Kraut eine feine Sache.

[8] Du kannst das Kraut auch auf das Brot schmieren.

Redewendungen:

das macht das Kraut auch nicht fett/das macht das Kraut nicht fett

dagegen ist kein Kraut gewachsen — dagegen ist nicht anzukommen

ins Kraut schießen — in unliebsamer Weise überhandnehmen

jemandem das Kraut ausschütten

wie Kraut und Rüben — unordentlich

Wortbildungen:

Adjektive/Adverbien: krautartig, kräuterreich, krautig

Substantive: Krautbaron, Krauter, Kräuteraufguss/Kräuteraufguß, Kräuteraufguss, Kräuterbad, Kräuterbeet, Kräuterbuch, Kräuterbutter, Kräuterdoktor, Kräuteressig, Kräuterfrau, Kräutergarten, Kräuterheilkunde, Kräuterhexe, Kräuterkäse, Kräuterkissen, Kräuterlikör, Kräuterlimonade, Kräuterling, Kräutermixtur, Kräuterquark, Kräutersalbe, Kräutersammler, Kräutersammlung, Kräutersauce, Kräuterschnaps, Kräutersoße, Kräutersud, Kräutertee, Kräuterweib, Kräuterweiblein, Kräuterweihe, Kräuterwein, Kräuterwerk, Krautfass, Krautfäule, Krautfleckerl, Krautfresser, Krautgarten, Krauthobel, Krautinger, Krautjunker, Krautkopf, Krautkrapfen, Kräutler, Krautroulade, Krautsalat, Krautscheuche, Krautschneider, Krautspätzle, Krautstampfer, Krautstiel, Krautwickel

Verben: entkrauten, krauten

Übersetzungen

[1] Medizin: Pflanze, die für medizinische Zwecke verwendet wird

[2] Küche: Pflanze, die zum Würzen verwendet wird

[3] Botanik: Pflanze ohne holzige Teile

[4] Botanik: die nach einmaligem Blühen und Fruchten abstirbt

[6] kein Plural, süddeutsch, ostmitteldeutsch: Kohl

[7] süddeutsch, ostmitteldeutsch, kein Plural, kurz für: Sauerkraut

[1–8] Wikipedia-Artikel „Kraut

[1–8] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Kraut

[1–5, 9, 10] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Kraut

[1–7] The Free Dictionary „Kraut

[1–7, 9] Duden online „Kraut (Pflanze, Kohl)

[*] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalKraut

[10] Carl Zeiß, Fritz Dobschova: Lexikon der Waidmannssprache und weiterer Sachgebiete der Jagd. Hubertusverlag H.H. Hitschmann Ges.m.b.H., Wien 1992, ISBN 3-7039-0011-3 , Seite 114.

Quellen:

  1. Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. Das umfassende Bedeutungswörterbuch der deutschen Gegenwartssprache. 6., überarbeitete und erweiterte Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7 , Seite 1014
  2. Kristin Valla: Das Haus über dem Fjord. Roman. 4. Auflage. Kein & Aber, Zürich, Berlin 2024 (übersetzt von Gabriele Haefs), ISBN 978-3-0369-6172-9 , Zitat Seite 69. Norwegisch 2019.
  3. Ludmilla Thurzova: Die ganze Welt der Heilkräuter. 1. Auflage. garant Verlag GmbH, Renningen, ISBN 978-3-86766-564-3 , Seite 30
  4. Halldór Laxness: Islandglocke. Roman. Suhrkamp Taschenbuch Verlag, Frankfurt/Main 1975, ISBN 3-518-06728-1, Seite 206. Isländisch 1943-1946.

Substantiv, m

Singular Plural
Nominativ der Kraut die Krauts
Genitiv des Krauts der Krauts
Dativ dem Kraut den Krauts
Akkusativ den Kraut die Krauts

Worttrennung:

Kraut, Plural: Krauts

Aussprache:

IPA: [kʁaʊ̯t]

Hörbeispiele: Lautsprecherbild Kraut (Info), Lautsprecherbild Kraut (Info)

Reime: -aʊ̯t

Bedeutungen:

[1] umgangssprachlich, metonymisch, abwertend, Ethnophaulismus, englische und amerikanische Bezeichnung für: Deutscher

Herkunft:

aus dem Englischen, insbesondere der Soldatensprache während des Zweiten Weltkriegs, abgekürzt aus Sauerkraut, das im Ausland als typisch deutsche Beilage gilt[1]

Beispiele:

[1] „München/London - Englands Massenpresse beginnt sich wieder auf die ‚Krauts‘ einzuschießen und hat sogar den Geist von Adolf Hitler durch das WM-Quartier der englischen Fußballer spuken lassen.“[2]

[1] „Wenn der böse Deutsche irgendwo fortlebt, dann in britischen Boulevardblättern. Da gehen die ‚Krauts‘ um, spielen Fußballer wie ‚German Panzers‘ […].“[3]

[1] „Die einzig wichtige Frage ist noch, ob die Krauts überhaupt bereit sind, in einer europäischen Supermacht eine Führungsrolle zu übernehmen.“[4]

[1] „Die Krauts seien hier, um so etwas wie einen Zauberspruch zum Besten zu geben.“[5]

Wortbildungen:

[1] Krautrock

Übersetzungen

[1] englische und amerikanische Bezeichnung für: Deutscher

[1] Wikipedia-Artikel „Krauts

[*] Duden online „Kraut (Deutscher)

[*] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalKrauts

Quellen:

  1. Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. Das umfassende Bedeutungswörterbuch der deutschen Gegenwartssprache. 6., überarbeitete und erweiterte Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7 , Seite 1014
  2. Wortschatz-Lexikon Uni Leipzig, Quelle: merkur-online.de vom 29.03.2006
  3. Joachim Käppner: Der Deutschen Glück und Seligkeit. In: Süddeutsche Zeitung. 1./2. Februar 2014, ISSN 0174-4917 (Beilage zur 50. Sicherheitskonferenz in München) .
  4. Eric T. Hansen mit Astrid Ule: Die ängstliche Supermacht. Warum Deutschland endlich erwachsen werden muss. Lübbe, Köln 2013, ISBN 978-3-431-03874-3, Seite 34.
  5. Mike Mignola, John Byrne: Saat der Zerstörung. In: Hellboy: Kompendium 1. Cross Cult, Asperg 2016, ISBN 978-3-86425-985-2, Seite 10 .

Substantiv, m

Singular Plural
Nominativ der Kraut
Genitiv des Krautsdes Krautes
Dativ dem Kraut
Akkusativ den Kraut

Worttrennung:

Kraut, kein Plural

Aussprache:

IPA: [kʁaʊ̯t]

Hörbeispiele: Lautsprecherbild Kraut (Info), Lautsprecherbild Kraut (Info)

Reime: -aʊ̯t

Bedeutungen:

[1] Norddeutschland: Sammelbezeichnung für Garnelen und Krabben

Beispiele:

[1]

Übersetzungen

[1] Sammelbezeichnung für Garnelen und Krabben

[1] Duden online „Kraut (Meeresfrucht)

[1] Großes Wörterbuch der deutschen Sprache „Kraut²“ auf wissen.de



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