weichen – Wiktionary (original) (raw)

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Siehe auch:

Dieser Eintrag war in der 20. Woche des Jahres 2010 das Wort der Woche.
Person Wortform
Präsens ich weiche
du weichst
er, sie, es weicht
Präteritum ich wich
Konjunktiv II ich wiche
Imperativ Singular weiche!
Plural weicht!
Perfekt Partizip II Hilfsverb
gewichen sein
Alle weiteren Formen: Flexion:weichen

Worttrennung:

wei·chen, Präteritum: wich, Partizip II: ge·wi·chen

Aussprache:

IPA: [ˈvaɪ̯çn̩]

Hörbeispiele: Lautsprecherbild weichen (Info), Lautsprecherbild weichen (Österreich) (Info)

Reime: -aɪ̯çn̩

Bedeutungen:

[1] sich entfernen, weggehen/Platz machen

[2] gehoben: nach und nach die Wirkung verlieren, mit der Zeit nachlassen

[3] sich von jemandem wegbewegen, sich von ihm zurückziehen

Herkunft:

Das starke Verb weichen stammt vom althochdeutschen wīhhan und dem mittelhochdeutschen wīchen ‚ausweichen, aus dem Weg gehen, Platz machen‘ ab. Es besteht eine Verbindung zum altsächsischen wīkan, dem mittelniederdeutschen und mittelniederländischen wīken, dem altenglischen wīcan → ang, dem altnordischen vīkja → non, vīkva → non und ȳkva → non ‚weichen, wenden, gehen‘ und zum schwedischen vika → svnachgeben, weichen‘. Außergermanische Verwandte sind das altindische विजते (vijátē) → saWurzel विज् (vij) → sa –‚wogt, flieht, hebt sich von einer Woge in die Höhe‘, das altgriechische εἴκειν (eikein) → grczurückgehen, nachstehen‘ und das litauische vìglas → lt und vigrùs → ltmunter, wendig‘. Sie alle gehen auf das indoeuropäische *ṷeig- beziehungsweise bezüglich des Griechischen auf *ṷeik-biegen, winden‘ zurück, wobei es sich um Gutturalerweiterungen zur indoeuropäischen Wurzel *ṷei-drehen, biegen‘ handelt.[1]

Synonyme:

[3] zurückweichen

Sinnverwandte Wörter:

[1] entfernen, verschwinden

Gegenwörter:

[1] bleiben

Unterbegriffe:

[1] abweichen, ausweichen, entweichen

Beispiele:

[1] Wir weichen der Gefahr.

[1] Für den Neubau eines Altersheims mussten viele schöne Bäume weichen.

[2] Alle Unruhe wich von ihm.

[2] Erst nach wenigen Tagen war die Befangenheit zwischen Ulla und Hinnerk gewichen.

[3] Ob seines schauderhaften Aussehens wich alle Welt vor ihm.

[3] Die gegnerischen Soldaten wichen uns nach ihrer Niederlage.

Wortbildungen:

[1] Weiche

[1] abweichen, auseinanderweichen, ausweichen, entweichen, zurückweichen

[1] sich entfernen, weggehen/Platz machen

[2] nach und nach die Wirkung verlieren, mit der Zeit nachlassen

[3] sich von jemandem wegbewegen, sich von ihm zurückziehen

[1] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „weichen

[1–3] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „weichen

[1–3] The Free Dictionary „weichen

[*] Uni Leipzig: Wortschatz-Portalweichen

Quellen:

  1. Wolfgang Pfeifer et al.: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 8. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2005, ISBN 3-423-32511-9 , „2weichen“, Seite 1547 f.
Person Wortform
Präsens ich weiche
du weichst
er, sie, es weicht
Präteritum ich weichte
Konjunktiv II ich weichte
Imperativ Singular weiche!
Plural weicht!
Perfekt Partizip II Hilfsverb
geweicht haben, sein
Alle weiteren Formen: Flexion:weichen

Worttrennung:

wei·chen, Präteritum: weich·te, Partizip II: ge·weicht

Aussprache:

IPA: [ˈvaɪ̯çn̩]

Hörbeispiele: Lautsprecherbild weichen (Info), Lautsprecherbild weichen (Österreich) (Info)

Reime: -aɪ̯çn̩

Bedeutungen:

[1] transitiv, Hilfsverb haben: etwas biegsamer, nachgiebiger machen

[2] intransitiv, Hilfsverb sein: weich werden

Herkunft:

Das schwache Verb weichen geht auf die althochdeutschen Wörter giweihhen, weihhen ‚weich machen‘, weihhēn und weihhōn ‚weich werden‘ sowie auf das mittelhochdeutsche weichen ‚weich machen oder werden‘ zurück.[1]

Gegenwörter:

[1] stärken

Unterbegriffe:

[1] einweichen

Beispiele:

[1] Trockenfrüchte können in Wasser geweicht werden.

[1] Ich finde kein Mittel, Lilos Herz zu weichen.

[1] Der Regen hat den Boden geweicht.

[2] Die Bohnen sind im Wasser geweicht.

[2] Die über Nacht geweichten Brötchen in den Teig einarbeiten und die Masse kühl stellen.

Wortbildungen:

abweichen, aufweichen, durchweichen, erweichen, zerweichen

[1] etwas biegsamer, nachgiebiger machen

[1] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „weichen

[1, 2] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „weichen

[1, 2] The Free Dictionary „weichen

[*] Uni Leipzig: Wortschatz-Portalweichen

Quellen:

  1. Wolfgang Pfeifer et al.: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 8. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2005, ISBN 3-423-32511-9 , unter „weich“, Seite 1547

Worttrennung:

wei·chen

Aussprache:

IPA: [ˈvaɪ̯çn̩]

Hörbeispiele: Lautsprecherbild weichen (Info), Lautsprecherbild weichen (Österreich) (Info)

Reime: -aɪ̯çn̩

Grammatische Merkmale:

weichen ist eine flektierte Form von weich.
Die gesamte Deklination findest du auf der Seite Flexion:weich.
Alle weiteren Informationen findest du im Haupteintrag weich.
Bitte nimm Ergänzungen deshalb auch nur dort vor.