DWDS − Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (original) (raw)
Artikel des Tages [Archiv]
Rassentrennung, die
auf Rassismus beruhende Politik der Trennung der Lebensbereiche von Angehörigen verschiedener als Rasse bezeichneter Großgruppen von Menschen
Das Ende des Amerikanischen Bürgerkriegs bedeutete zwar auch das Ende der Sklaverei sowie die juristische Gleichstellung der (männlichen) Schwarzen in den USA, doch keineswegs das Ende von Diskriminierung und Rassismus. Die Südstaaten unterhöhlten die Bundesgesetze, wo es nur ging, um die Herrschaft der Weißen zu sichern. Bürgerrechtler versuchten, dagegen auf verschiedene Weise vorzugehen. So wurde 1896 gegen ein Gesetz in Louisiana geklagt, das getrennte Eisenbahnwagen für die „Rassen“ vorsah. Der Oberste Gerichtshof der USA entschied dann aber am 18.05.1896, dass dies rechtmäßig sei, solange Hautfarben nur getrennt, aber nicht gewertet würden – der berühmte Grundsatz „separate but equal“. Folge waren unzählige ähnliche Regelungen, die die faktische Benachteiligung der schwarzen Bevölkerung im Süden zementierten und die erst zwischen 1954 (Brown v. Board of Education) und 1964 (Civil Rights Act) aufgehoben wurden. Rassistisches Gedankengut lebt trotzdem bis heute weiter.