Bahnstrecke Hamburg-Hannover: Wie geht es nach der Anhörung weiter? (original) (raw)
Stand: 21.04.2026 07:03 Uhr
Am Montag sind bei einer öffentlichen Anhörung Experten und Betroffene zur geplanten Neubaustrecke zwischen Hamburg und Hannover zu Wort gekommen. Wie es weitergeht, entscheiden die Verkehrspolitiker des Bundestages.
"Für die Menschen in Niedersachsen ist die Planung der Neubaustrecke Hamburg-Hannover ein hochemotionales Thema", sagt die niedersächsische SPD-Bundestagsabgeordnete Anja Troff-Schaffarzyk, die als Mitglied des Verkehrsausschusses an der Anhörung teilgenommen hat. Für sie war es wichtig, möglichst viele Perspektiven zu dem Thema zu hören. Schließlich solle keine Entscheidung im "luftleeren Raum" getroffen werden. Troff-Schaffarzyk will jetzt noch weitere Gespräche mit allen Beteiligten führen.
Generalsanierung soll erste Verbesserungen bringen
Die CDU-Bundestagsabgeordnete Vivian Tauschwitz, stellvertretendes Mitglied im Verkehrsausschuss, hat ihren Wahlkreis im direkt betroffenen Heidekreis und kennt die Vorbehalte der Menschen gegen eine Neubautrasse gut. Ihre Position: Der Fokus müsse jetzt auf der für 2029 geplanten Generalsanierung der Bestandsstrecke liegen. Denn es müsse schnell spürbare Verbesserungen für die Menschen in der Region geben. Erst dann könne man auch über anderes wie einen möglichen Trassenneubau sprechen.
Grünen plädieren für Neubau, AfD ist skeptisch
Auch die verkehrspolitische Sprecherin der Bundestags-Grünen, Swantje Michaelsen aus Hannover, plädiert für eine erweiterte Generalsanierung der Strecke, damit es schnell Entlastungen gibt. Trotzdem ist für sie auch klar: Langfristig führe an einer Neubaustrecke kein Weg vorbei. Nur eine zusätzliche Trasse führe zu besseren Takten, mehr Nahverkehr und verlässlichen und pünktlichen Zügen. Die AfD war die einzige Fraktion, die dem Projekt grundsätzlich skeptisch gegenüber steht, weil sie den Bedarf bezweifelt.
Verkehrspolitiker von CDU und SPD bestimmen den Zeitplan
Jetzt liegt es an den Verkehrspolitikern der Regierungskoalition von CDU und SPD, sich auf eine gemeinsame Empfehlung zur Bahnstrecke zu einigen, die sie dem Bundestag zur Abstimmung vorlegen. Dem NDR sagten sie, dass sie sich jetzt beraten wollen und weitere Gespräche mit den Beteiligten führen wollen. Einen offiziellen Zeitplan gibt es nicht. Die Grünen drängen auf eine zügige Entscheidung.