Sylter Weinhändler verurteilt: Vier Jahre Haft wegen Betrugs (original) (raw)
AUDIO: Nachrichten aus dem Studio Flensburg 16:30 Uhr - 08.06.2026 (2 Min)
Stand: 08.06.2026 17:43 Uhr
Um sein insolventes Unternehmen aus der Krise zu retten, hat ein Sylter mehreren Investoren gegenüber falsche Angaben gemacht. Nun entschied das Gericht - der Mann muss ins Gefängnis.
Das Landgericht Kiel hat einen ehemaligen Weinhändler aus Westerland auf Sylt zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Der Angeklagte wurde wegen Insolvenzverschleppung und in 124 Fällen des Betrugs schuldig gesprochen, wie das Landgericht auf Nachfrage mitteilte.
Laut Staatsanwaltschaft leitete er jahrelang einen Weinhandel mit Gastronomiebereich sowie einen Feinkostladen. Das Unternehmen war im November 2018 zahlungsunfähig, so der Vorwurf. Statt den Insolvenzantrag innerhalb der erlaubten drei Wochen einzureichen, tat der Mann dies erst im Januar 2020.
Betrug um Millionenbetrag
In der Zwischenzeit hatte der Unternehmer Kontakt zu Investoren - laut seiner Verteidigerin wollte er seine finanzielle Krise mit verschiedenen Anlagen abwehren. Gegenüber den Investoren machte er dabei falsche Angaben über seine Bonität. Sie kauften größere Mengen Wein, Cognac und Champagner bei ihm ein, warteten im Fall einer Stornierung aber teils vergebens auf eine Rückzahlung und versprochene Rendite. Nach Angaben des Landgerichts entstand ein Gesamtschaden von mehr als zwei Millionen Euro.
Revision eingelegt
Wie das Landgericht heute auf Nachfrage mitteilte, entschied das Gericht bereits am vergangenen Mittwoch (3.6.). Gegen das Urteil wurde bereits Revision eingelegt.
Schlagwörter zu diesem Artikel
Kreis Nordfriesland
Sylt
Inseln
Mehr aus Flensburg, Nordfriesland und Schleswig-Flensburg