Neologismenwörterbuch : "analog" (original) (raw)

Die [kontoführende Bank] nämlich wäre in der analogen Welt verpflichtet gewesen, die Personalien und die korrekte Unterschrift des Karteninhabers zu überprüfen.(die tageszeitung, 04.11.1999)

"'Tools x Toys' ist das Magazin für die digitale Welt", erklärt uns Chefredakteur Alfons Flatscher in seinem Editorial: "Das Leben ist analog genug." (Berliner Zeitung, 09.03.2000)

Das Einkaufen im Internet bewahrt uns vor Parkplatzsuche bei Minusgraden und davor, durch geschenkpapierknisternde Menschenmassen zu drängen. Leider hat die schöne, virtuelle Leichtigkeit einen Haken: Es kommen am Ende doch wieder richtige echte, analoge Dinge auf einen zu. Geschenke. (Stuttgarter Zeitung, 05.12.2001)

Von einem analogen Buch eine digitale Kopie zu ziehen, ist mühsam. So wurde von Nichts als die Wahrheit vermutlich jede der 336 Seiten einzeln eingescannt und anschließend wohl am Bildschirm bearbeitet. (Süddeutsche Zeitung, 12.12.2002)

"Wir könnten uns mal wieder physisch näher kommen", schlägt Jonathan unvermittelt vor. Früher hieß das mal Liebe. Und heute? "Mal wieder analog Spaß haben". (Aar-Bote, 27.08.2004)

Geschmackvoll ist es aber trotzdem, weil nämlich alles an diesem Theater so herrlich anachronistisch analog ist: Es treten auf wunderschön geschnitzte Holzfiguren, die ganze Belegschaft vom Kasperl über den Wachtmeister bis hin zum ängstlichen Räuber. (Süddeutsche Zeitung, 01.12.2006)

Klassische analoge Brettspiele sollen also wieder her. (Abendzeitung, 04.07.2009)

[ich habe auf Facebook] die beglückende Erfahrung gemacht, dass ich Menschen getroffen habe, mit denen ich jetzt auch im analogen Leben wirklich befreundet bin. Die hätte ich sonst nie kennen gelernt. (profil, 31.08.2009)

400 Millionen Bücher gingen 2009 über den realen und virtuellen Ladentisch. Zuwächse gibt es ausgerechnet bei der Generation der unter 19-Jährigen, die ein Leben ohne Internet nicht kennen, Einbrüche bei den 30- bis 39-Jährigen, die in analogen Zeiten sozialisiert wurden. Verkehrte Welt. (General-Anzeiger, 19.03.2010)

Was lehrt uns das? Dass das Internet nicht alles weiß. Um Ringsgwandl zu zitieren: Die wirklich wichtigen Dinge im Leben passieren immer noch analog. (Nürnberger Zeitung, 04.05.2010)

Bislang haben 17 europäische und US-amerikanische Museen die Google-Kameras reingelassen. Allerdings sind längst nicht alle der weltweit berühmtesten Häusern dabei. Der Pariser Louvre etwa, die Vatikanischen Museen oder das Kunsthistorische Museum in Wien kann man nach wie vor nur analog, das heißt: leibhaftig besuchen. (Main-Taunus-Kurier, 06.09.2011)