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Forschungspolitik: Querdenker gefragt

Wissenschaft und Wirtschaft müssen enger vernetzt werden, fordert Joachim Milberg. Er selbst hat als Grenzgänger gute Erfahrungen gemacht

Quelle: DIE ZEIT, 16.10.2008 Nr. 43 16. Oktober 2008

DIE ZEIT: Innovation heißt Um- und Aufbruch. Haben Sie Sorge, dass in Zeiten einer drohenden Weltwirtschaftskrise das Innovationsklima in Deutschland schlechter wird?

Joachim Milberg: Die jüngsten Zahlen, die uns zum Thema Forschungs- und Entwicklungsausgaben in Deutschland vorliegen, sind gut. Die Unternehmen haben mehr Geld in Forschung und Entwicklung investiert und schaffen dort Arbeitsplätze. Wir müssen aber vermeiden, dass es jetzt zu einer Trendwende kommt. Gerade in Zeiten der Krise müssen wir den Nachwuchs fördern. Wenn sich die wirtschaftliche Lage beruhigt hat, müssen wir wieder durchstarten. Und das Wachstum der Zukunft kann sich nur aus Forschung und Entwicklung speisen. Die Finanzkrise könnte auch eine positive Seite haben: Junge Menschen mit Sinn für Zahlen und Technik, die sich bislang Richtung Bankenwelt orientieren wollten, werden vielleicht wieder mehr Lust auf "reale Innovationen" bekommen.