Eine Bank will ihren Retter los werden (original) (raw)
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Commerzbank: Eine Bank hat genug
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Bankenrettung ist bisher ein Verlustgeschäft
Zwei Jahre später ist die Beziehung schwer gestört. Längst empfinden die Banker den Staat als eine Kette, die sie behindert. Immer wieder kollidieren die Interessen der Manager, die frei und unternehmerisch entscheiden wollen, mit den Interessen der Politiker, die an die Steuermilliarden, die Wählerbefindlichkeiten und ihr Profil denken. Und immer wieder geht es dabei ums Geld.
Zum Beispiel im Fall Achim Kassow: Im Herbst 2010 steht der damals für das Privatkundengeschäft verantwortliche Vorstand unter Druck, die Zahlen seiner Sparte sind mau. Kassow, Blessing und Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller werden sich einig: Kassow geht, und er bekommt die Restlaufzeit seines Vertrags ausgezahlt. Es geht Insidern zufolge um einen siebenstelligen Betrag. Kassow habe sich bereits von seiner Sekretärin und seinem Fahrer verabschiedet. Da legt sich plötzlich der Aufsichtsrat, in dem zwei Vertreter des Bundes sitzen, quer: Millionenzahlungen gelten als politisch nicht vermittelbar, und so wird Kassow nach der Sitzung vor die Wahl gestellt. Er kann gehen – ohne Geld –, oder er bleibt Vorstand, nun mit Zuständigkeit für Osteuropa. Kassow bleibt. Und die Führung ist düpiert.