Arsch – Wiktionary (original) (raw)
Aus Wiktionary, dem freien Wörterbuch
Siehe auch:
| Singular | Plural | |
|---|---|---|
| Nominativ | der Arsch | die Ärsche |
| Genitiv | des Arschsdes Arsches | der Ärsche |
| Dativ | dem Arschdem Arsche | den Ärschen |
| Akkusativ | den Arsch | die Ärsche |
[1] Arsch eines Mannes
Worttrennung:
Arsch, Plural: Är·sche
Aussprache:
IPA: [aʁʃ], auch: [aːɐ̯ʃ]
Hörbeispiele:
Arsch (Info),
Arsch (Info)
Bedeutungen:
[1] umgangssprachlich, vulgär: für Hinterteil eines Tieres oder Menschen, Po, Gesäß
[2] pejorativ, beleidigend: Mensch, dessen Verhalten stark missbilligt wird, niederträchtige Person
Herkunft:
mittelhochdeutsch, althochdeutsch ars, von gleichbedeutend germanisch *arsa- (vergleiche niederländisch aars → nl, englisch arse → en, amerikanisch ass → en), dieses von indogermanisch *orso-, „hinterer Teil“ (vergleiche griechisch ὄρρος (orros☆) → grc, „Arsch“, altirisch err, „Schwanz“), vermutlich zu *oros-, „Kuppe, Erhebung“ (vergleiche griechisch ὄρος (oros☆) → grc, „Anhöhe, Berg“), Das Wort ist seit dem 11. Jahrhundert belegt, in Komposita bereits seit dem 8. Jahrhundert.[1]
Synonyme:
[1] siehe: Verzeichnis:Deutsch/Gesäß; umgangssprachlich: vier Buchstaben, fünf Buchstaben, Allerwertester, Hintern, Hinterteil, Käcker, Po, Popo, Popser, Podex, Pöker, Pöter, Vollmond, Gasfabrik, Sitzfleisch
[2] Arschgeige, Arschloch, Schweinehund, Arschgesicht
Verkleinerungsformen:
[1] Ärschchen
Oberbegriffe:
[1] Körperteil
[2] Schimpfwort
Unterbegriffe:
[1] Frauenarsch, Kinderarsch, Männerarsch, Pavianarsch, Pferdearsch, Weiberarsch
[1] Apfelarsch, Birnenarsch, Fettarsch
[1, 2] Riesenarsch
Beispiele:
[1] Da bin ich auf meinen Arsch gefallen.
[1] „Wenn er sich hinsetzte, bestand er nur aus Falten, die am Hals begannen und sich bis zu den fetten Kniekehlen hinzogen; zwängte er sich mit seinem runden, breiten, die Hosennaht gefährdenden Arsch aus der Bank und richtete sich wackelnd auf, dann erinnerte er mich an eine zu prall aufgeblasene, leicht schwankende Gummifigur, die man mit einem einzigen Nadelstich schrumpfen lassen konnte.“[2]
[1] „Das war ein Opa mit Schiebermütze, der beim Laufen immer seine Trainingshose hochzog, wobei ich einmal seinen blanken Arsch sehen konnte.“[3]
[1] „Hatte er ihm vielleicht so einen Eindruck mit seinem nackten Arsch auf dem Schiff gemacht, daß er ihn nicht vergessen sollte?“[4]
[1] „Sie lassen sich Haut vom Arsch ins Gesicht verpflanzen.“[5]
[2] Du Arsch!
Redewendungen:
auch übertragen gemeinte Wortverbindungen
etwas mit dem Arsch einreißen, was man vorher mit den Händen aufgebaut hat
Arsch und Friedrich sein — egal sein, gleichgültig sein
am Arsch sein — großes Problem haben, Ärger bekommen, müde/kaputt sein
jemandem am Arsch vorbeigehen — egal/gleichgültig sein
Arsch der Welt — Ort fernab der Zivilisation
sich den Arsch abfrieren — sehr frieren
den Arsch an die Wand kriegen — sehr spät damit beginnen, selbst aktiv zu werden, besonders: sich endlich zu wehren
sich den Arsch aufreißen — sich sehr (oft aber vergebens) abmühen; aber:
jemandem den Arsch aufreißen — sich bei jemandem mit Nachdruck beschweren
den Arsch hochbinden — strafen
den Arsch polieren — strafen, züchtigen
den Arsch versohlen — strafen, züchtigen
ein müdes Arschrunzeln kosten (eine Leichtigkeit sein)
Feuer unter den Arsch machen/Feuer unter dem Arsch machen — antreiben, strafen, züchtigen
für´n Arsch — vergebens
Himmel, Arsch und Wolkenbruch — Fluch
Himmel, Arsch und Zwirn — Fluch
im Arsch sein — kaputt sein
jemandem in den Arsch kriechen — sich bei jemandem einschmeicheln
jemandem in den Arsch treten — jemanden antreiben, strafen
jemanden nicht mit dem Arsch angucken/jemanden nicht mit dem Arsch ansehen
keinen Arsch in der Hose haben — keinen Mut haben
sich den Arsch ablachen — sehr lachen
endlich den Finger aus dem Arsch nehmen
Schütze Arsch/Schütze Arsch im letzten Glied — Person; in der Regel Mann; der Demütigung, ungerechte oder schlechte Behandlung erfährt und/oder generell eine niedrige hierarchische Stellung ohne Einfluss hat
Sprichwörter:
einer ist immer der Arsch — jemand fällt immer auf, tanzt immer aus der Reihe
jemandem geht der Arsch auf Grundeis — hat große Angst
jemandem scheint die Sonne aus dem Arsch — jemandem geht es gut
Charakteristische Wortkombinationen:
[1] mit Adjektiv: breiter / fetter / haariger / knackiger / niedlicher / pelziger / riesiger Arsch
Wortbildungen:
[1] Affenarsch, Arschbacke, Arschansatz, arschblöd, arschegal, Arschfalte, Arschfick, Arschgeige, Arschgesicht, Arschgeweih, Arschhaar, Arschkarte, Arschkriecher, Arschkugel, Arschkuh, arschlecken, Arschlecken, Arschlecker, Arschleder, arschling/arschlings, Arschloch, Arschritze, Arschrunzel, Arschspalte, Arschkrampen, Blödarsch, Breitarsch, Dreckarsch, Knackarsch, Kugelarsch, Nacktarsch, Saftarsch, Stutenarsch, Zuckerarsch
[2] abarschen, verarschen
[1] umgangssprachlich, vulgär: Gesäß
| Dialektausdrücke: |
|---|
| Bayerisch: Orsch / Orschloch Eiflerisch: fott Kölsch: de futt Ruhrgebietsdeutsch: Fut, Futt oder auch (selten) Fott Schwäbisch: Arsch, Füdle Schweizerdeutsch: Fudi, Füdli Wienerisch: Oasch |
[2] Schimpfwort, Beleidigung
| Isländisch: heimskingi → is Luxemburgisch: Aasch → lb m Niederdeutsch: Maars → nds m Niederländisch: klootzak → nl, lul → nl, suffert → nl Russisch: жопа (žopa☆) → ru, задница (zadnica☆) → ru Schwedisch: arsle → sv, vulgär: arsel → sv Spanisch: culo → es m Tschechisch: prdel → cs f Ungarisch: segg → hu |
|---|
| Dialektausdrücke: |
|---|
| Bayerisch: Orsch / Orschloch Eiflerisch: fott Kölsch: de futt Ruhrgebietsdeutsch: Fut, Futt oder auch (selten) Fott Schwäbisch: Arsch, Füdle Schweizerdeutsch: Fudi, Füdli Wienerisch: Oasch |
[1] Wikipedia-Artikel „Arsch“
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Arsch“
[1, 2] Uni Leipzig: Wortschatz-Portal „Arsch“
[1, 2] The Free Dictionary „Arsch“
[1, 2] Duden online „Arsch“
[1, 2] Redensarten-Index „ein Arsch“
Quellen:
- ↑ Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 25., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/Boston 2011, ISBN 978-3-11-022364-4, DNB 1012311937 , Stichwort: „Arsch“, Seite 61.
- ↑ Siegfried Lenz: Die Deutschstunde. Roman. C. W. Niemeyer, Hameln 1989, ISBN 3-87585-884-0 , Seite 187. Erstveröffentlichung 1968.
- ↑ Gerhard Henschel: Kindheitsroman. Hoffmann und Campe, Hamburg 2004, ISBN 3-455-03171-4, Seite 421 .
- ↑ Janosch: Polski Blues. Roman. Goldmann, München 1991, ISBN 978-3-442-30417-2 , Seite 100.
- ↑ Charles Bukowski: Ausgeträumt. Roman. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1997 (übersetzt von Carl Weissner), ISBN 3-423-12342-7, Seite 17 . Englisches Original 1994.